Gustav´s Autohof - und seine Geschichte(n)

Als ich zwölf war, deponierte meine Mutter Handwaschpaste am Küchenwaschbecken. Und kein Essen verging mehr, ohne dass ich zum Fenster aufsprang. Vorbeiknatternde Motorräder und Mopeds rissen mich hoch. In unserem Hof im Freitaler Poisental bastelte ich an meinem ersten „Spatz“. Bald auch an einem „Simson SR2“.

Stück für Stück baute ich die Mopeds auf. In unserem Garten flüchteten die Wühlmäuse, als ich endlich die ersten Proberunden drehte. In meiner Werkstatt unter freiem Himmel schraubte ich weiter. Irgendwann machte ich eine Jawa flott, dann eine RT.

Mit 18 Jahren, also 1984, bekam ich einen Wartburg 353. Er war zerlegt und nicht mehr komplett. Jetzt baute ich nicht auf, sondern gezielt auseinander. Die Teile verkaufte ich. In der damaligen DDR-Zeit wurde ich sie reißend los. Ich hatte Spaß am Organisieren. Bis heute liegt mir das absolut.

1990 - Geburtsstunde von „Gustavs Autohof“

Obwohl ich Zwei- und Viertakter liebte, wurde ich zunächst Baufacharbeiter. Am 18. Dezember 1990 aber meldete ich mein Kfz-Gewerbe als „Gustavs Autohof“ an. Das Areal im Kreischaer Ortsteil Wittgensdorf hatte Flair: Der Hof wurde bis dahin landwirtschaftlich genutzt. Es gab Ställe und einen Fuhrbetrieb. Viele Umbauarbeiten aber waren auszuführen. Dafür passte mein eigentlicher Beruf ausgezeichnet.

Die ersten Mitarbeiter waren zum Teil Freunde. Der Lackierer, der seine sichere Stelle in einem Betrieb aufgab, ist noch heute dabei. Einen Kfz-Meister stellte ich ein. Zusätzlich ermöglichten wir einem Mitarbeiter die Ausbildung zum Karosseriemeister. Seit dem 11. Januar 1994 ist „Gustavs Autohof“ in die Handwerksrolle eingetragen. Ich selbst holte zunächst den Kfz-Facharbeiter nach, ehe ich die Meisterschule absolvierte und 1998 den Meisterbrief erwarb. Jungen Menschen geben wir gern die Chance, in unserer Werkstatt als Auszubildende oder Schülerpraktikanten zu lernen. Wichtig ist uns dabei, ihnen tatsächlich etwas rüberzubringen.

Kunden aus der Umgebung, aus Dresden, dem Osterzgebirge oder Pirna schenken uns schon seit Jahren ihr Vertrauen. Auf unseren Hebebühnen stehen immer wieder auch Oldtimer und Youngtimer: Angefangen vom Trabi über den Moskwitsch bis hin zur alten Mercedes-S-Klasse. Es reizt uns, für diese großen und kleinen Liebhaberstücke Lösungen zu finden. Öfters klingelt das Telefon, weil jemand ein Ersatzteil braucht. Gern schauen wir dann in unserem Lager nach.

Sächsische Zeitung, Lokalausgabe FreitalÜberrascht sind Kunden, wenn in der Klempnerei mal wieder ein Boot aufgearbeitet wird. Ungewöhnliches fordert uns heraus: Vor einigen Jahren haben wir einen Pkw Simson Supra SO (Baujahr 1925) aus dem Dresdner Verkehrsmuseum in unserer Lackiererei wieder zum Strahlen gebracht. Und im Jahr 2009 konnten wir sogar den Pfeifen der Kreischaer Jehmlich-Orgel mit einem speziell aufbereiteten Mercedes-Lack zu neuem Glanz verhelfen. (Quelle 5.12.2009 - Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Freital)


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